Willkommen auf der Holdorfer Bank. Ihr seid hier auf der Hälfte des Weges zwischen Rehna im Norden und Gadebusch im Süden.
Ich bin noch ganz neu, aber die Orte Holdorf und Meetzen westlich dieses Platzes sind bald 800 Jahre alt. Die beiden Dörfer sind heute, gemeinsam mit Steinmannshagen, eine Gemeinde.
Lehnt euch zurück, hinter euch der „Riesenbarg“ und vor euch mäandert das Flüsschen „Radegast“ durch die Wiesen, und ich sage euch ein bisschen was zu dieser schönen Gegend.
Holdorf, der „Ort am Wald“, und Meetzen, der „Ort des Schwertes“-, sind slawischen Ursprungs und wurden bereits 1230 erstmals urkundlich erwähnt. Beide waren bis zum Ende des 2. Weltkrieges Gutsdörfer. Heute hat die Gemeinde etwa 400 Einwohner.
Aber schon vor etwa 4.000 Jahren lebten hier Menschen. Das haben 2017 Ausgrabungen im Zusammenhang mit dem Radwegebau belegt. Auch die Hügelgräber auf der anderen Seite der Radegast im Hundorfer Wald sind aus dieser lang vergangenen Zeit.
Der Name der Radegast geht übrigens auf den slawischen Kriegsgott „Radegast“ zurück.
Holdorf liegt seit etwa 120 Jahren an der Bahnstrecke Schwerin - Rehna und alle Stunde kann man einsteigen. Der Traum von der Bahnverbindung über Rehna hinaus und damit bis zur Hansestadt Lübeck ist noch nicht ausgeträumt und vielleicht wird er doch noch Wirklichkeit?
Das wohl älteste Bauwerk der Gemeinde befindet sich aber in Meetzen. Es ist die kleine Fachwerkkapelle, so um 1751 erbaut, die jetzt wieder schön hergerichtet ist. In Meetzen ist auch eine Außenstelle des Landesfeuerwehrmuseums, die besonders Technikbegeisterte sicher toll finden werden.
Noch ein Stückchen weiter, gleich hinter Steinmannshagen, haben wir die Wasserscheide zwischen Nord- und Ostsee. Die dortige Kneeser Bäk fließt in Richtung Nordsee, das Wasser der Radegast hier in Holdorf macht sich über die Stepenitz auf in die Ostsee.
Aber erzählen will ich noch eine andere Geschichte:
Wer in die nächsten Dörfer - Benzin, Stresdorf, Klein Hundorf - etwas nördlich von hier will oder auch zu den Hügelgräbern im Hundorfer Wald unterwegs ist, lässt den Bahnhof im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und nutzt die Brücke über die Radegast.
In der Mitte des Flüsschens befand sich die „Grenze“ zwischen den Bauerndörfern und dem Gut Holdorf. Demzufolge war auch die Brücke zweigeteilt und ich kann euch sagen, sie war oft Anlass zu Streit. Bis in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts bestand die Holdorfer Brückenhälfte aus Holz, noch aus Gutszeiten, und die andere Seite aus Beton. Erst dann wurde die Brücke ein Gesamtbauwerk und verbindet heute die Menschen dies- und jenseits der Radegast in einem guten Miteinander.
So, wenn ihr wollt, verweilt noch ein bisschen bei mir.
Vielleicht macht ihr euch aber auch auf nach Holdorf, Meetzen oder zur Radegastbrücke?
Auf eurem Weg entlang der Sagen- und Märchenstraße wünsche ich euch alles Gute und noch viele Entdeckungen und vielleicht kehrt ihr auch mal wieder bei mir ein. Ich würde mich freuen.